Startseite  :  Inhaltsverzeichnis  :  Kontakt  :  Impressum  :  Hilfe    
Bodenseeufer in Gaissau
 
Logo der Gemeinde Gaissau
 
 
 
Sie befinden sich hier: Thema "Jugend und Alkohol"
 
Gentlemen's Agreement im Rheindelta

Das Thema "Jugend und Alkohol", sowohl im Hinblick auf gesundheitliche Folgen als auch auf Gewaltbereitschaft und Vandalismus, bekommt immer stärkere Bedeutung. Gesellschaft, Politik, Vereine und Organisatoren von Festlichkeiten sind sich des Handlungsbedarfs schon lange bewusst.
Seit dem 1. Jänner 2008 gelten in Vorarlberg neue Bestimmungen im Jugendgesetz, die gesetzlich eine gravierende Lücke schließen und klare Verpflichtungen vorgeben.
So wichtig klare Gesetze auf der einen Seite sind, so bedeutsam sind Einsicht und Akzeptanz bei den Betroffenen, Jugendlichen wie Veranstaltern gleichermaßen.

Bereits zum zweiten Mal haben sich im Rheindelta (Höchst, Gaißau, Fußach) Verantwortliche der Gemeinden, der Vereine und Festorganisatoren mit Vertretern der SUPRO zusammengesetzt, um über ein sogenanntes "Gentlemen's Agreement" zu beraten, das auf Basis von Freiwilligkeit und Einsicht das Problem "Jugend und Alkohol" mit in den Griff bekommen soll.
Herausgekommen ist bei dem zweiten Treffen am 17. Jänner 2008 ein Entwurf des "Gentlemen's Agreements", der durchaus wegweisend ist und zu einer generellen Bewußtseinsänderung beim Thema Feste, Jugend und Alkohol führen wird.
Der Entwurf liegt nun allen relevanten Veranstaltern von Festen und Vereinen im Rheindelta zur Unterschrift vor. Sollten alle oder die überwiegende Zahl der Vereine und Veranstalter bereit sein, dem "Gentlemen's Agreement" beizutreten, so soll dies bei einem nächsten Treffen in gemeinsamer Form erfolgen.
Wir halten Sie/Euch über den weiteren Fortgang auf dem Laufenden.

Zur weiteren Information sind unten der Entwurf des "Gentlemen's Agreements" sowie das Protokoll der letzten Versammlung zu finden. Weitere detaillierte Informationen zum Thema "Jugend und Alkohol" sind unter www.spassmitmass.at eingestellt.

Entwurf "Gentlemen's Agreement"

"Wir wollen als Verein ein Zeichen setzen und verpflichten uns, bei allen Veranstaltungen (im speziellen bei öffentlichen Veranstaltungen), folgendes Gentlemen’s Agreement einzuhalten:
Veranstaltungen generell:
• In der Vorbereitung einer Veranstaltung lädt der Verein zu einem „Runden Tisch“ mit allen Verantwortlichen (incl. der Exekutive) ein, bei dem die zu erwartenden Probleme erörtert bzw. eine genaue Absprache über die geplanten Maßnahmen getroffen werden.
• Ein namentlich Genannter des Vereins zeichnet verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und des Gentlemen’s Agreement (Bestätigung durch Unterschrift).
• Die MitarbeiterInnen werden im Vorfeld der Veranstaltung sensibilisiert (Vorbildwirkung, gutes Beispiel ...) und informiert (Ausgabe von Spaß mit Maß) und bestätigen dies durch ihre Unterschrift (Verbindlichkeit!)
• Bei allen unseren Veranstaltungen wird das Alter der Jugendlichen genauestens kontrolliert (gültiger, amtlicher Lichtbildausweis!). Jugendliche über 16/18 erhalten ein Kontrollband um die Hand. Nur an Jugendliche mit Kontrollband dürfen die entsprechenden, alkoholischen Getränke verkauft und ausgeschenkt werden. Nur sie dürfen alkoholische Getränke konsumieren und besitzen!
• Bei unseren Veranstaltungen bieten wir attraktive nicht-alkoholische Getränke (Cocktail-Bar) an, die wir auch bewerben.
• Bei unseren Veranstaltungen werden offensichtlich Alkoholisierte weder eingelassen, noch schenken wir alko¬holische Getränke an offensichtlich Alkoholisierte aus.
• Bei unseren Veranstaltungen verzichten wir auf Aktionen, die den exzessiven Konsum von Alkohol fördern(„Happy Hours“, „Kübelsaufen“, „Metertrinken“, usw.).
• Wir werden mit entsprechenden Durchsagen die Jugendlichen unter 14 Jahren daran erinnern, dass sie um 23.00 Uhr (die Jugendlichen unter 16 um 24.00 Uhr) zu Hause sein müssen.
• Bei unseren Veranstaltungen werden „geeignete, vernünftige“ Erwachsene für die Einhaltung der Jugend¬schutzbestimmungen und für „Ordnung“ in und um die Veranstaltung sorgen (Zusammenarbeit mit der Exeku¬tive).
Veranstaltungen in Zelten/geschlossenen Räumlichkeiten(z.B. Bälle):
• Die Kontrolle des Alters erfolgt beim Eingang (Ausweispflicht und Kontrollbändchen).
• Bei Ausschank von „hartem“ Alkohol (z.B. in der Bar, ...) bieten wir ein ebenso reichhaltiges Sortiment an „alkoholfreien Cocktails“ an.
Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen (Kilbi, Weihnachtsmarkt, ...):
• Bei Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen wird das Alter jeweils beim Ausschank oder bei einer zentralen Stelle (z.B. Bonkassa, ...) kontrolliert. Nur dort erhalten Jugendliche nach Vorlage eines gültigen amtlichen Lichtbildausweises ein Kontrollbändchen, das sie zum Konsum von alkoholischen Getränken berechtigt.
• Bei Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen schenken wir keinen „harten“ Alkohol aus (Ausnahme: Genehmigung durch den Gemeinderat nach vorheriger Prüfung).
Wir erklären uns mit den oben angeführten Vorgaben des Gentlemen’s Agreements einverstanden und werden unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen, um diese auch einzuhalten."

Protokoll der Sitzung vom 17. Jänner 2008

Niederschrift über die zweite Besprechung der Vereinsobleute, Festorganisatoren und Gemeindeverantwortlichen des Rheindeltas am Donnerstag, 17. Jänner 2008 im Feuerwehrgerätehaus
Besprechungsdauer: 19.10 Uhr – 21.30 Uhr
Teilnehmer: 24 Personen waren anwesend
Schriftführer: Gebhard Hofer
Beratungspunkt:
„Jugend und Alkohol“ im Rheindelta
Bürgermeister Reinhold Eberle begrüßt die erschienenen Vertreter der Vereine, Festorganisatoren, und Gemeinde¬verantwortlichen. Einen besonderen Gruß entrichtet er an die Vertreter der Präventionsstelle „SUPRO“. Er freut sich dass das Interesse an diesem Thema auch diesmal sehr groß ist.
Das Protokoll der ersten Besprechung wird von den Anwesenden einstimmig genehmigt.
Anschließend übergibt er an Herrn Pascal Keiser von der „SUPRO“ und bittet ihn um seine Erläuterungen.
Dieser übernimmt und gibt einen kurzen Überblick über die Tätigkeiten von „Supro“ im Allgemeinen. Supro ist landesweit tätig. Mittlerweile arbeiten 55 Gemeinden mit ihnen zusammen. Die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen sieht er als äußerst wichtig an. Er informiert auch über die seit 1. Jänner in Kraft getretenen Änderungen im Jugendschutzgesetz. Nach seinen Ausführungen übergibt er das Wort an seine Kollegin, Frau Nicole Lissy, welche einen sehr interessanten und aufschlussreichen Vortrag über Sucht und Suchtverhalten in Österreich hält. Sie stellt auch ein Gentlemen’s Agreement vor, welches in zahlreichen Gemeinden in Vorarlberg bereits unterzeichnet wurde. Mit der Unterzeichnung dieses Gentlemen’s Agreements verpflichtet sich ein Veranstalter, die im Gentlemen’s Agreement aufgeführten Punkte zu berücksichtigen und einzuhalten. Ein Entwurf wird diesem Protokoll beigelegt.
In der darauf folgenden Diskussion wird nachgefragt, ob und in welcher Form die Unterzeichung rechtlich relevante Folgen für den Unterzeichnenden hat. Laut Pascal Keiser hat die Unterzeichnung des Gentlemen’s Agreement keine rechtlichen Auswirkungen. Er sieht vielmehr einen Schutz für den Veranstalter, der im Problemfall dokumentieren und somit auch argumentieren kann, das Mögliche getan zu haben, um Schwierigkeiten zu verhindern.
Ein Punkt im Entwurf des Gentlemen’s Agreements regelt den Verzicht für den Verkauf von Alkopops. Es wird vorgebracht, dass zwar die Alkopops immer mehr an Beliebtheit verlieren, es aber dennoch für manche Veranstalter derzeit nicht möglich ist auf den Verkauf von Alkopops zu verzichten. In der darauf folgenden Diskussion wird festgehalten, dass nach dem neuen Jugendschutzgesetz die Alkopops nun zu den harten alkoholischen Getränken zählen und somit ein Verkauf und Ausschank an unter 18 jährige verboten ist. Bei über 18 jährigen wird angenommen, dass sie sowohl den Umgang mit harten Alkoholika als auch den Umgang mit Alkopops selbst verantworten können. Somit kann auf ein Verkaufsverbot für Alkopops verzichtet werden. Dieser Punkt soll aus dem Entwurf des Gentlemen’s Agreements gestrichen werden. Die restlichen Punkte werden von allen Anwesenden positiv bewertet. Es können sich alle vorstellen, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Allgemein wird betont, dass eine gemeinsame Vorgangsweise im gesamten Rheindelta wünschenswert und wichtig wäre.
Zum Schluss der Besprechung fasst Reinhold Eberle zusammen und schlägt folgende weitere Vorgangsweise vor: Das Protokoll wird an alle Veranstalter von Festen und Feiern laut Einladung versandt. Als Beilage soll der Entwurf des Gentlemen’s Agreements und ein Übersichtsblatt zum Jugendschutzgesetz beigelegt werden. Die Vereinsobleute sollen an Reinhold Eberle eine kurze Rückmeldung machen, ob ihr Verein bereit wäre, das Gentlemen’s Agreement zu unterschreiben. Sollten alle, oder der überwiegende Anteil der Vereine im Rheindelta bereit sein die Vereinbarung zu unterschreiben, soll dies beim nächsten Treffen gemeinsam stattfinden. Dabei soll ein Rechtsexperte von SUPRO, welcher einen Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit zum Thema „Jugend und Alkohol – Wer haftet bei Verfehlungen“, eingeladen werden.
Reinhold Eberle bedankt sich bei allen Anwesenden für die Teilnahme und die Diskussion und hofft, dass das Gentlemen’s Agreement von allen unterzeichnet wird, wie dies die Anwesenden bereits bekräftigt haben.
Der Schriftführer: gez. Gebhard Hofer 
Der Diskussionsleiter: gez. Reinhold Eberle



 
Zoom: normalZoom: grosseZoom: sehr gross
AKTUELLES

Neues aus dem Gemeindblatt

» Mehr

Gemeindezeitung

Die Gemeindezeitung "Der Gaißauer" kann jederzeit auch hier auf der Website nachgelesen werden.

» Mehr